Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

July 16, 2007 um 10:38 am Uhr

Nach dem Flitzerreinfall letzte Woche bei der ersten Olympiade hab ich beschlossen mich als Flitzer bei anderen Sportarten zu versuchen. Aber ich bin kein großer Sportfan und kenne mich da nicht wirklich aus. Ich musste lange überlegen welche Sportart die wohl geeigneteste für mich als Flitzer ist. Eishokey? Zu glatt und zu kalt. Radrennen? Die hol ich ja nie ein! Formel 1? Und mich überfahren lassen? Nein danke. Also Fußball! Ich gucke höchstens mal WM Spiele aber ansonsten hab ich damit aber nichts am Hut. Aber dieser Sport eignet sich perfekt zum Flitzen. Irgendwie bekam ich billig eine Eintrittskarte für ein Champions League Spiel von Borussia Dortmund gegen Real Madrid. Also hin da. Champions League hört sich wichtig an. Da werden bestimmt viele Zuschauer sein. Doch icht hätte mir lieber ein Fußballspiel aussuchen sollen als die Sicherheitsmaßnahmen noch nicht so scharf waren. Ich war quasi in dem Zuschauerblock gefangen. Um auf das Spielfeld zu kommen, müsste ich erst einmal über einen hohen Zaun klettern, dann an den Wachen vorbei und aufs Spielfeld. Wenn ich während des Spiels über den Zaun klettern würde, würden die Wachen mich bestimmt gleich auf der anderen Seite abfangen und alles wäre aus. Also suchte ich mir einen ruhigen Moment noch vor dem Spiel als kaum Wachen da waren und begann auf den Zaun zu klettern. Ein paar von den besoffenen Spanieren um mich rum, schienen das irgendwie toll zu finden und machten gleich mit. Der Zaun geriet ins Schwanken und bevor ich richtig kapierte was passierte, kippte der ganze Zaun einfach um und ich flog in einen Betongraben. Ich war wohl eine kleine Weile K.O. denn ich wachte in einem kleinen, hässlichen Raum auf und ein Sanitäter war bei mir. Er sprach nur spanisch und schimpfte auf mich ein. Ich verstand kein Wort. Er machte mir Zeichen liegen zu bleiben und ging dann aus der Tür. Ich setzte mich natürlich sofort auf und schlüpfte aus dem Zimmer. Ich war noch immer im Stadion. Jetzt könnte ich Flitzen! Ich lief umher auf der Suche nach einem Ausgang auf das Spielfeld. Da kam endlich einer. Ich entledigte mich meiner Sachen und rannte hinaus. Das Stadion war noch voller Menschen aber es waren keine Spieler auf dem Platz. Ich musste wohl die Halbzeitpause erwischt haben. Ich rannt kreuz und quer über den Platz doch keiner schien auf mich zu achten. Keine Wache war hinter mir her und auch die Zuschauer schienen mich nicht zu bemerken. Dann sah ich auch wieso. Das Tor war umgefallen und eine Gruppe von Leuten rannte planlos umher und versuchte ein neues Tor aufzustellen. Als Flitzer also wieder kein Erfolg - als Sportsaboteur jedoch umso größeren. Ich hatte es geschafft das Spiel um mehr als 2 Stunden zu verzögern und Real Madrid absolut lächerlich zu machen. Das stimmte mich zwar irgendwie fröhlich aber ein wirklicher Nervenkitzel war es nicht gewesen. Ich werde mir wohl doch wieder andere Sachen suchen müssen, um meine Adrenalinkicks zu bekommen.


Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

July 8, 2007 um 12:36 pm Uhr

Mein neues Lebensziel ist es der beste Saboteur von Sportveranstaltungen der Geschichte zu werden und um dieses Ziel zu ereichen fing ich logischerweise am Anfang an. Ich reise nach Athen zu den ersten Olmpischen Spielen. Dort versteckte ich mich in der Arena und machte mich bereit als erster Flitzer der Geschichte in eben jene einzugehen. Jetzt musste ich nur noch aufpassen nicht entdeckt zu werden und den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Leider sah ich nichts von dem was in der Arena vor sich ging und ich musste mich auf mein Gehör und den Applaus der Zuschauer verlassen. Dann kam ein langes Klatschen, gefolgt von einer knisternden Anspannung die man im ganzen Körper spürte. Dies war mein Zeitpunkt. Ich rannte los, bog um die Ecke in die Arena ein und rannte was das Zeug hielt. Ein paar Wachen waren hinter mir her aber in ihren schweren Panzern schafften sie es nicht mich einzuholen. Ich konnte etwas entspannen und erlaubte meinem Geist jetzt auch auf andere Ding als auf die Wachen zu achten. Mich traf fast der Schlag! Die waren ja alle nackt! Ich war garnichts besonderes. Die Zuschauer schienen mich für einen verspäteten Sportler zu halten und Klatschen höflich. Völlig perplex lief ich einfach weiter. Eine Gruppe nackter Läufer holte mich ein und überholten ohne auch nur auf mich zu achten. Die Menge johlte und schrie. Ich kam als letzter durchs Ziel bekam aber trotzdem wie die anderen Verlierer meinen Trostpreis in Form einer holden Jungfrau. Auch nicht schlecht aber meinen Ehrgeiz als bester Flitzer/Sportsaboteur hat das natürlich nicht angekurbelt. Ich werd mir wohl andere Dinge aussuchen müssen. Aber ich komme wieder- shließlich bin ich 8er im 100 Meter Sprint der ersten Olypischen Spiele geworden. Das soll mir erst einmal einer nachmachen!

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

July 1, 2007 um 9:11 pm Uhr

Und wieder einmal beweise ich meinen geistigen Wankelmut. Statt zur Ermordung von Abraham Lincoln zu reisen, versuche ich mein Bedürfnis nach Adrelaninausstößen, Gewalt und Blut mit den größten Sportereignissen zu befriedigen. Es muss ja nicht immer jemand umkommen damit ich mich gutfühle- zumindest will ich das mal hoffen. Rumble in the Jungle! Der legendäre Boxkampf zwischen Ali und Foreman. 11 Runden lässt Ali auf sich einschlagen - alle ZUschauer sind am verzweifeln und fragen sich was er da treibt. Nur ich weiss hier bescheid. Ich jubel udn schreie und alle anderen halten mich für vollkommen durchgedreht. Es ist herrlich. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich all mein Geld auf Ali gewettet habe, was zugegebenermaßen aber nicht allzuviel ist. Ich bin ziemlich angetrunken - dieses afrikanische Gesöff, das ich mir gekauft habe, ballert ziemlich. Irgendwie komme ich auf die Idee mich hier als Flitzer zu verewigen. Das Ausziehen schaff ich ohne Probleme und keiner achtet auf mich doch als ich dann aufspringe und in Richtung Ring renne, werden die Sicherheitskräfte auf mcih aufmerksam. Adrenalin pur durchströmt meinen Körper. Jetzt heißt es nur noch die Sicherheitsmänner gegen mich. Ali vs. Foreman ist langweilig geworden. Um es kurz zu machen - und da sie ja auch nie etwas von einem Flitzer im Fernsehen bei diesem Kampf gesehen oder gehört haben - ich wurde geschnappt. Ich bin einfach zu fett und unsportlich um es zu schaffen. Aber ich habe ein neues Ziel in meinem Leben gefunden. Ich werde trainieren und die größten Sportereignisse der geschichte sabotieren! Ich habe eine Mission!

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

June 25, 2007 um 10:56 pm Uhr

Love and Peace! Wie letzte Woche angekündigt habe ich mich diesesmal an den friedlichsten Ort der Welt begeben - Woodstock. Synonym für “Frei Liebe”, Frieden und die Hippiekultur. Aber was von mir als erholsames Wochenende mit vielleicht ein paar kleinen “Liebschaften” geplant war entwickelte sich schnell zu meiner bisher wohl anstrengendsten Reise. Schon die Anfahrt foderte mehr als nur Nerven - nämlich zusätzlich schon die Hälfte meiner mitgenommenen Drogenvorräte. Überall Stau und Polizei, die einen wieder nach Hause schicken wollte. Ohne ein paar entspannende Joints wär ich da durchgedreht. Und ein paar Joints an die Polizei als Bestechung dafür das ich überhaupt weiter darf knabberten auch an meinem Vorrat.
Dann kam ich aber doch früher auf dem Festival an als gedacht. Jedenfalls waren die Zäune noch nicht eingerissen und die wollten das ich Eintritt zahle. Pahhh! Bin ich blöde oder was? Ich weiss doch, dass die Zäune eingerissen werden und nachher keiner mehr Eintritt zahlt. Also hab ich da etwas nachgeholfen und eine Gruppe bekifftert Hippies überredet mir beim zäuneeinreißen zu helfen. Klapte prima. Nur leider wusste ich sonst nicht viel mehr über das Festival ausser dass Jimi Hendrix, Janis Joplin usw da auftreten. Über die organisatorischen Verhältnisse hatte ich mich leider nicht informiert. Es gab viel zu wenig Toiletten und wenn man den Dingern später zu Nahe kam, konnte man eigentlich auch gleich in die Hose scheissen. Anderes Problem: Das Essen. Es gab kaum was zu kaufen und wenn dann zu teuer, jedenfalls für mich alten Geizknochen. Aber das wenige Essen hatte ja auch positive Effekte auf das Sanitärproblem. Keine Nahrung, keine Verdauung. Ansonsten weiss ich vom Festival kaum noch was. Wie so ziemlich alle Anwesenden war ich die ganze Zeit viel zu sehr unter Drogen als dass ich mich an irgendwas mehr als nur verschwommen erinnern könnte. Trotzdem nehme ich eine Erkenntnis aus diesem Festivalwochenende mit: Mir hat die Gewalt, der Nervenkitzel und der Reiz des um mich schleichenden Todes gefehlt. Nach all den Wochen in denen der Sensenmann mein ständiger Begleiter gewesen ist, habe ich ihn auf dieser Reise vermisst. Ich werde wohl also doch wieder in die spannende Welt des Verbrechens und der Gewalt zurückkehren. Ich denke nächste Woche werde ich einen Theaterbesuch in Washington im Jahre 1865 unternehmen.

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

June 17, 2007 um 4:03 pm Uhr

Puh es wird immer schwerer geeignete Zeitreiseziele zu finden. Deshalb lass ich mich jetzt meist von den Medien inspirieren. Und was war in den letzten Wochen groß angesagt? Die Steinzeit. Also auf zum original Ötzi gucken wie der Knabe in wirklichkeit gestorben ist. Aber meine Güte war das anstrengend! Da durch die Alpen krackseln- immer berg auf, bergab bis zum geht nicht mehr. Ich war wirklich am Ende mit meiner Kraft und dann tauchte plötzlich direkt vor mir auch noch ein Bär auf. Jetzt ging es um Leben und Tod - aber dank meiner modernen Ausrüstung nicht für mich sondern für den Bären. Tja, was soll ich da noch sagen. Das Vieh hat sich wie Bruno entschieden ein Problembär zu werden und mich anzugreifen. Schwerer Fehler! Und schwubs war das Vieh auch schon von meinem automatischen Abwehrsystem eliminiert worden. Leider stellte sich im nachhinein raus, dass es gar kein Bär gewesen war, sondern Ötzi. Tja Schade. Wenigstens ist jetzt geklärt warum er gestorben ist. Das scheint seltsamerweise mein Schicksal geworden zu sein - seit der Sache damals mit Jack the Ripper bin ich auf meinen Zeitreisen irgendwie zu einer Art “Azrael” mutiert.
Ich sollte mir wohl endlich wieder friedlichere Zeitreiseziele aussuchen. Ich werds nächste Woche mal ausprobieren.

Bis dann,
euer Harry Klügelgen

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

June 10, 2007 um 9:10 pm Uhr

Diese Woche habe ich ein Sachbuch über Hänsel und Gretel gelesen. Danach beruht das Märchen der Gebrüder Grimm so halbwegs auf Tatsachen. Hans Soundso und seine Schwester Grete Soundso sind zusammen in den Wald gelaufen um da einer einsamen Frau ihr Rezept für Lebkuchen zu klauen. Als diese das Rezept nicht rausgeben wollte, haben Hans und Grete die Frau erschlagen und im Ofen verbrannt. Als sie dafür vor Gericht gestellt wurden, haben sie behauptet die Frau wäre eine Hexe gewesen - und sie wurden freigesprochen. Ob das ganze wirklich so stattgefunden hat, will ich nun rausfinden.

Doch statt die herumirrenden Hans und Grete Soundso im Wald zu finden, stieß ich auf ne alte Oma mit nem blutgetränktem Tuch um den Kopf, die gerade völlig besoffen um den Kadaver eines Wolf tanzte und sang: “Wie gut das niemand weis das ich Rotkäpchen heiß”. Ein wenig weiter kochte ein kleines Mädchen die ganze Zeit Hirsebrei und versuchte damit drei Bären in einer Bärengrube abzulenken. Die Bären interessierten sich aber eindeutig mehr für die sieben Zwergkaninchen. Wieder nur ein paar Meter weiter lag noch eine anscheinend völlig besoffene Frau rum, die da wohl nach einer ausufernden Party liegengelassen worden war. In seiner Jugend hat man ja solche Leute gerne etwas mit Edding bemalt oder sie mit Müll geschmückt aber ich hatte leider nichts dergleichen da aber ich fand einen alten Apfel, den ich ihr kunstvoll auf den Kopf legte. Ich stand noch da und bewunderte mein Werk als anscheind ihr Freund auftauchte und einen Stock aus seinem Sack holte und mich verprügeln wollte.
Ich rannte weg und ließ ihn schnell hinter mir aber ich verlor dabei einen meiner Schuhe und geriet ins stolpern. Die Hände nach Halt ausstreckend skalpierte ich dann ausversehen eine holde Jungfrau mit sehr langen Haaren, an denen ich mich festhalten wollte. Anschließend stürtze ich noch in eine Dornenhecke bei einem Schloss und landete auf zwei völlig zugedröhnten Typen mit Notizbüchern.
Hans, Grete und die Hexe hab ich nicht zu Gesicht bekommen aber vielleicht finde ich bei meinen nächsten Reisen ja raus wie die Wahrheit bei den anderen Märchen aussah.

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

April 18, 2007 um 8:50 pm Uhr

Folge 6

Ich war endlich mal in der Zukunft. Ein deutscher Zeitreisende meinte zu mir, dass ich unbedingt zum 29.07.2027 nach Berlin zur Premiere des bekanntesten, deutschen Films aller Zeiten müsse. Da mir eh kein gutes Reiseziel für dieses Wochenende einfiel und ich der Vergangenheit eh so langsam überdrüssig wurde, befolgte ich seinen Ratschlag. Karten für die Premierenvorstellung zu bekommen war erstaunlich einfach und spätestens jetzt hätte ich stutzig werden müssen aber die Namen der Schauspieler zogen mich einfach ins Kino ohne das ich nachdachte. Auch der äußerst kreative Titel des Films „Die drei FrageLeichen von Bullerbüh“ konnte mich einfach nicht abschrecken. Zur Premiere kamen dann auch sämtliche Stars des Films. Nur die Plätze der Drehbuchautoren blieben seltsamerweise leer. Im Saal herrschte aufgeregte Spannung und Vorfreude und dann ging es auch endlich los. Alles wurde Dunkel und so blieb es dann auch gefühlte 1000 Jahre lang. Immer wieder versuchten Leute während des Films den Saal zu verlassen aber die Türen blieben verschlossen.
Als ich es dann endlich überstanden hatte, recherchierte ich noch weiter in der Zukunft was genau damals an diesem Abend losgelöst und wieso der Film zum bekanntesten, deutschen Film aller Zeiten wurde. Er brachte die Deutsche Filmindustrie auf über 200 Jahre zum erliegen, da alleine schon der Gedanke ein anderer deutscher Film könne auch nur ansatzweise so ähnlich sein wie der FrageLeichen-Film die Zuschauer in nackte Panik versetzte. Hatte die Weltgemeinschaft bei den ersten beiden Weltkriege erst noch eins und später dann beide Augen zudrücken können, so hatte sie bei diesem Film einfach kein drittes Auge mehr übrig das sie zudrücken konnte.
Auch ich habe bei dieser Reise meine Lektion gelernt. Traue niemals einem Deutschen bei Filmempfehlungen.

Die drei FrageLeichen von Bullerbüh
In den Rollen:

Oliver Kalkhofe als Doofnuss Jonas
Thomas Hermanns als Peter Puff
Bastian Pastevka als Bob Bohrloch
Götz George als Dr. Björn Hellmark
Waldemar Hartmann als Alfred Bigcock
Martin Semmelrogge als Spinny Boris
Klaus Maria Herbst als Doofnuss Jonas lange verschollener Zwillingsbruder
Susan Stahnke als Jelena
Antonio Banderas als Hispanic Junge
Oliver Pocher als Überfahrener Zeitungsjunge
Heidi Kabel als Tante Mathilda
In sämtlichen anderen Rollen(inklusive aller Passanten) Hape Kerkeling

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

April 7, 2007 um 6:13 pm Uhr

Folge 5

Ohhh Mann! Hab ich einen Kater. Gestern bin ich in der Antik bei den alten Griechen gelandet. Von wegen der Ursprung der Zivilisation und Begründer der Philosophie! Ursprung der Stammtischphilosophen und Begründer der Kneipenschlägereien vielleicht aber mehr auch nicht. Platon, Aristoteles und wie sie alles hießen sind nicht berühmt geworden weil sie das schlaueste gesagt haben, sondern weil sie die Schlägereien gewonnen und somit ihre „Philosophie“ durchgesetzt haben! Aber gastfreundlich sind sie – zumindest am Anfang. Aber wenn man dann auch mal was philosophisches sagt um nicht als Volldepp dazustehen, drehen die gleich durch. Dann fangen sie an mit ihren Armen rumzufuchteln und dich zu beleidigen – jedenfalls denke ich, dass es Beleidigungen waren. Wenn man kein Wort versteht, ist das halt schwer zu beurteilen, wenn ein Typ dich anschreit und immer wieder Sabber auf dich fliegt. Alles was ich gesagt hatte war: „homo homini lupus“. Das hab ich mir von Thomas Hobbes geklaut. Aber anscheinend waren die für seine Philosophie noch nicht bereit. Also versuchte ich das Ganze mit den Worten: „cum post hoc ergo propter hoc“ zu entschärfen. Damit war ich dann aber auch mit meinem Latein am Ende. Das verschlimmerte die Sache aber nur. Kurze Zeit später stand ich dann zusammen mit Sokrates in der Mitte der Bar - umringt von den anderen Gästen. Jeder von uns hatte einen Tisch voller gefüllter Becher vor sich. Also nahm ich an das es nun eine Art Wettsauen geben würde. Sokrates fing an. Er nahm einen der Becher und trank ihn in einem Zug aus. Nun war ich dran. Ich nahm auch einen und trank. So ging es dann eine ganze Weile weiter und wir beide hatten schon gut einen sitzen aber aufhören schien keine Option zu sein bis nicht einer umkippte. Dann trank Sokrates seinen nächsten Becher und begann zu würgen und zu keuchen. Dann lief er blau an und kippte einfach um. Ich war der Sieger!
Im Nachhinein begriff ich dann, dass es nicht nur ein einfaches Wettsaufen war, sondern die Urform von „Russisch Roulette“. Wir beide hatten je einen vergifteten Becher auf unserem Tisch gehabt. Puhhh, das hätte ins Auge gehen können ! In Zukunft sollte ich wohl besser aufpassen.

Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

April 1, 2007 um 11:30 am Uhr

Folge 4: Jack the Ripper

Liebe Leser,

ich bin gerade zurück aus dem viktorianischen England. Ich wollte wie sehr viele Zeitreisen-Touristen endlich mal wissen, wer Jack the Ripper war. Somit standen wir in der noch halbwegs warmen Herbstsonne und genossen ein paar Pint Ale, das abartig schmeckte. Viele Zeitreisen-Touristen waren schon blitzeblau oder hatten dank des unreinen Brauwassers ordentlich Dünsch. Ich dagegen hatte mich vorbereitet und trug ganz stilecht einen schwarzen Umhang, der innen mit rotem Samt ausgeschlagen war und einen Zylinder. Ich wartete den Ripper ab und plauderte mit ein paar “Unglückseligen”. Aber es geschah gar nichts. Ich vermutet bald, dass dieser Abend hier in einem Zeitreisendesaster enden würde, denn wenn ich den Ripper mit meiner Anwesenheit verscheucht haben sollte, wären diese Morde nie geschehen, ich würde also niemals ein Jahrhundert später auf die Idee kommen sie zu besuchen usw usw. Ein Paradoxon, in dem unweigerlich das Universum platzen würde. Ich musste also etwas tun. Gottseidank hatte ich mein großes Schweizer-Offiziersmesser dabei und kannte das erste Ripper Opfer nur zu gut. Ich schlich mich also an, zog sie in meinen Bann und nunja… ich musste das ja schliesslich tun, um mich, sie und das ganze Universum vor der Implosion zu schützen! Es war keine schöne Sache, aber es war nötig. Direkt nach dem Mord, reiste ich besudelt mit Blut wieder in die Gegenwart. Jetzt heisst es ein paar tage entspannen, bis ich wieder zuschlagen muss. Zeitreisen sind eben nichts für sanfte Gemüter.


Harry Klügelgen - Eine Antwort auf eine Frage der Zeit

March 25, 2007 um 12:18 pm Uhr

Folge 3

Wie ihr sicherlich schon erraten habt, reisen mein neuer Freund Steffen und Ich diese Woche im Jahre 1912 auf die Titanic. Jedenfalls hatten wir das vor. Doch da gibt es ein paar kleine Hindernisse, die wir nicht beachtet hatten. Während einer Zeitreise kann man NUR durch die Zeit reisen - nicht auch gleichzeitig durch den Raum. Wären wir also an Bord der Titanic während es unetrgeht, könnten wir uns zwar durch die Zeit weg von dem Schiff bringen aber nunmal nicht weg von ihrer Position. Würden wir also 80 Jahre in die Zukunft reisen, würden wir trotzdem im Wasser landen. Deshalb haben wir es dann auch gelassen auf der Titanic einzuchecken und uns stattdessen in ein nettes Cafe gesetzt, ein paar Bier getrunken und dem Auslaufen der Titanic zugesehen. Zudem haben wir auch eine Grundsatzdiskussion gestartet warum eigentlich alle Zeitreiseziele Katastrophen und menschliches Leid sind. Die Antwort darauf ist ziemlich simpel. In den Geschichtsbüchern stehen nunmal so gut wie keine bedeutenden Ereignisse die positiv für die Menschheit gewesen wären. Natürlich kann man dagegenhalten, dass es doch Ereignisse wie die Unterzeichnung der Bill of Rights oder Mutter Theresa gibt/gab. Aber den Verfechtern dieser Ereignisse sei als Zeitreisender gesagt: Es ist STINKLANGWEILIG dabei zuzugucken wie ein paar Typen ein Stück Papier unterschreiben oder wie eine “Krankenschwester” in Indien rumhobst und sich um Kinder kümmert. Dazu muss man keine Zeitreise machen, sondern kann sich acuh einfach auf Phoenix ne Bundestagesdebatte live angucken. Und genau deshalb sind und beleiben die Ziele für Zeitreisen auch die morbiden Katastrophen der Menschheit.
Was unser Ziel für die nächste Woche sein soll wissen Steffen und ich noch nicht aber es wird definitiv wieder eine spannende und lustige Reise werden.
Also bis nächste Woche.